Charliegraphie
Den ersten Bass hab ich mir mit 15 gekauft, weil ich Sid Vicious von den Sex Pistols so geil fand. Anfangs ging´s noch gar nicht mit dem spielen, aber das war mir auch egal, weil ich damit ziemlich nah an meinem Vorbild war.
Suuuper Idee,... meinten ein paar Kumpels aus meiner Clique,...
Wir gründen ´ne Band. „Ja, genau... Ich will Sänger werden...“, „...und ich Gitarrist...“
Wir bestellten eine E-Gitarre bei Conrad und ein Wochenende später war die erste Probe von „NONNIX“. Wir ließen uns ein paar Griffe zeigen und legten los. Das war „echt Punk!“. Nach ein paar Monaten wurde es mir zu blöd, dass ich mit meinem Plektrum immer die A- und E-Saiten (...die anderen hat man ja nicht benutzt.) durchwetzte und hab deshalb mal ausprobiert, mit den Fingern zu spielen.
Als die Punk-Phase vorbei war gründete ich mit zwei Freunden die Band „PURE & SIMPLE“. Wir waren relativ schlecht bei unseren ersten Rockmusik-Versuchen... aber cool.. und wir haben dazu gelernt.
Irgendwann zu dieser Zeit hab ich mir ein Bass-Buch zugelegt. Als ich kurz darauf etwas dicht vom weggehen nach Hause kam dachte ich: (...und das ist bis heute das einzige was ich je aus einem Buch gelernt hab.) „Jetzt könnt ich mir mal das mit diesem „slappen“ reinziehen. Ich schlug die beiden einzigen Seiten auf, auf denen diese Technik erklärt war und probierte, wie man da einen Ton rausholt.
Mein erster Bass-Lehrer war ein total verrückter Freak. Trotzdem hat er mir sehr viel beibringen können er und hat vor allem immer darauf bestanden, dass ich diese komischen Kirchentonleitern lernen sollte und irgendwas mit „...Harmonie..?...“ Inzwischen weis ich aber, dass es sogar für Punkbands interessant ist, sich damit zu beschäftigen, obwohl ich den Zusammenhang zwischen Kirche und Punk bis heute noch nicht ganz schlucken kann.
Der zweite Lehrer war der (meiner Meinung nach) beste Basser im Ingolstädter Umkreis. „Du muasst ´n Kreiselpumpenbass spielen“ ,hat er immer gesagt, wenn er meinte, dass es rund und tight grooven soll. (..so versteht´s halt auch a Bayer..) Egal, was er mir am E-Bass vorgespielt hat, er konnte es auch am Kontrabass. (...da haust halt einfach voll rein, dann geht des scho...)
Anfang ´98 bin ich nach Flensburg gezogen und hab mich dort recht bald nach Musikern umgesehen. Ein Drummer rief mich an: „Moin, ich bin Lars,... kannst Du slappen?.. Ja?.. Dann lass uns treffen...“ Wir verstanden uns prächtig und fanden im nächsten Jahr auch den Rest, der zu einer Band noch fehlte. Das ganze trug den Namen „TURTLEATTACK“ und war irgendwo zwischen Chili Peppers und Tool-Style. In dieser Zeit musste ich mich viel mit 5/8, 7/8, 9/8-Zeug beschäftigen und konnte einiges darüber in Erfahrung bringen.
2004 kam ich nach Ingolstadt zurück und stieg bei „SCANDAL“ ein.
Ich sag Euch eins: „Rockbass spielen ist geil !!“ Achtel auf der leeren A-Saite und die linke Hand in der Luft,... wenn sie nicht gerade ein Bier festhält.“
Im Proberaum neben uns übte immer so eine Grindcore-... Death-...Grave..- Irgendwas-Band.
Mit deren Sängerin hab ich mich recht gut verstanden und so landete ich auch mal bei einem von Ihren Konzerten. Ohrenbetäubender Schlagzeugdonner und knallharte Gitarrenriffs in einem kleinen Raum und dazwischen eine Gesangslinie für Götter. Absolut Radiohit-tauglich. ..hat mich voll von den Socken gehauen. Danach fragte ich sie, ob sie nicht Bock auf ein Projekt hätte, bei dem ihre Melodien und ihre Stimme besser zur Geltung kommen würden...
Zusammen mit dem damaligen Scandal-Schlagzeuger gündeten wir eine namenlose Band. Nach drei Monaten spielten wir auf Mira´s Geburtstagsparty unsere 5 oder 6 Songs und hatten erstmals den Sepp als Aushilfs-Gitarristen dabei. Voll motiviert habe ich uns unmittelbar danach beim Emergenza in München beworben. Einziges Problem, ... der Sepp hatte keine Zeit für ´ne zweite Band und wir standen wieder zu dritt da. Zum Glück hat er es sich eine Woche vor dem Auftritt noch mal anders überlegt und ein zweites Mal bei uns ausgeholfen. Wir sind zwar nicht weiter gekommen aber irgendwie haben wir´s geschafft, das Publikum voll zu begeistern. Das hat den Sepp dann endlich davon überzeugt, dass er doch fest bei uns einsteigt. Inzwischen mussten wir zwei mal einen neuen Drummer suchen aber seitdem Stefan mitmacht geht endlich richtig was voran. Mit „TAMAD“ bin ich vor allem glücklich, weil wir echte Freunde sind und privat viel zusammen unternehmen. Sowas ist ziemlich selten und man merkt das auch auf der Bühne, glaub ich...
Seit 1992 spiele ich einen dunkelroten Musicman Stingray (4-Saiter mit 3BandEQ und Vogelaugenahorn-Hals) den ich bis 2006 regelmässig zurecht gekloppt habe.
Danach musste aber ein 5 Saiter her, weil damit einfach noch mehr geht. GRrrrr...J
Schon 10 Jahre zuvor hatte ich mich in einem Regensburger Musikladen verliebt und von daher gab es für mich nur eine Wahl. Ein :: Sandberg :: soll es sein,... und zwar in der schrillsten Farbe die es gibt, bitte... Ich entschied mich für den Ken Taylor, weil der mit den beiden Tonabnehmern auch richtig fett Dampf macht. Seitdem benutze ich eigentlich keinen anderen Bass und hab auch nicht mehr das Gefühl, dass es einen besseren gäbe, oder so...
Bei Unplugged-Auftritten nehme ich seit kurzem einen Baton Rouge Fretless Akustic-Bass (5-Saiter) und versuche jetzt, meine schlampige Spieltechik mit `Intonation´ zu versehen. J
Meine Bass-Boxen sind echte Ingolstädter Handarbeit von FlyingMusicCircus - FMC, denn wenn´s schon jemanden aus der Gegend gibt, der so günstig so geile Teile baut, dann brauch ich sicher kein Geld für überteuerte Markenboxen rausschmeissen.
Verstärker-technisch bin ich immer wieder bei SWR hängen geblieben. Während meiner Laufbahn hatte ich schon 4 verschiedene Modelle, die mich immer wieder überzeugt haben. Momentan hab ich das 750er Top von SWR und den WorkinPro10“-Combo. Die beiden werden mich auch noch eine Weile begleiten. Mir gefällt daran, der knurrige Mittensound und das Durchsetzungsvermögen im Proberaum (...na ja,... 750 Watt setzten sich halt durch...J). Ausserdem haben die SWR-Amps nicht so viele Regler wie andere Verstärker. Das macht bloß leiser und ist schade um die ganze Leistung. Bei einem 10BandEQ habe ich das gleiche Gefühl, als wenn ich bei EDEKA am Süßigkeiten-Regal stehe und gar nicht mehr weis was ich will. Sobald der beste Sound gefunden ist, dreht man sowieso fast nix mehr daran rum.
Meine Instrumenten- und Ampeinstellungen:
...möglichst alles Mitte, damit ich mir bloß nix merken muss.